30.12.2009 / 21:30 · rel="superbox[iframe.feedback][500x450]">Artikel weiterempfehlen

Instant News 84 - 30.12.2009

1. Auch ‘Auf bösem Boden’ gedeiht die Saat: Als 2007 auf dem Grazer Filmfestival Diagonale Peter Kollers schwarze Komödie mit Slasher-Einlagen “Auf bösem Boden” gezeigt wurde, hofften Fans, dass der Indie-Film aus Niederösterreich kurz darauf auch einen offiziellen Kinostart hinlegen würde. Es kam nur nie dazu. Irgendwie traute man diesem “bösen Scherzkeks” (O-Ton Koller), der auf internationalen Festivals sogar Preise einheimste, nicht zu, an den österreichischen Kinokassen zu brillieren. Weiterlesen hier

2. Nach der erfolgreichen Zusammenarbeit mit dem globalisierungskritischen Netzwerk ATTAC im letzten Jahr steht 2010 die nächste Kooperation an. Die Indie-Stars Produktion wird das von ATTAC geplante Banken-Tribunal in der Volksbühne Berlin filmisch dokumentieren. Auf der (fiktiven) Anklagebank des Schau-Prozesses: Die bundesdeutschen Mitverursacher des Bankencrashes. Weitere, noch nicht all zu umfangreiche Infos und einen Aufruf zur Zusammenarbeit deutschsprachiger Indie-Filmemacher (jawoll, auch Filmemacher aus Österreich und der Schweiz sind aufgefordert) bei diesem Projekt gibt es hier . Das Wichtigste schon mal vorweg: Budget ist vorhanden. Genauere Details folgen noch.

3. Ganz leise, still und heimlich hat sich da eine DVD-Veröffentlichung unter meinem Wahrnehmungsradar vollzogen – und das, obwohl ich eh ständig auf der Lauer gelegen bin. Tja, man wird wohl langsam alt.

Bereits am 4. Dezember ist BloodBound , der erste Spielfilm von Ully Fleischer (“Die Todgeweihten grüßen dich”, Better Be Good ) beim deutschen Label Epix erschienen.

Story: Die Ganoven Vic und Stan sind Kurierfahrer für die Unterwelt. Während einer Routineübergabe, geraten sie zwischen die Fronten einer blutigen Fehde. Seit Jahrhunderten bekämpft der Geheimbund der Seduiten den seelenfressenden Tyrannen Angul und sein Gefolge. Als Stan den Dämonen verfällt, schließt Vic sich den Seduiten an, um seinen Freund zu retten – die gnadenlose Auseinandersetzung mit den Kreaturen der Dunkelheit ist unausweichlich.

4. Auch von Philip Polcar ( Suffer and Die , “Everlasting Hate”) gibt es was Neues – und das sogar rechtzeitig! Der Dark-Fantasy-Streifen Erdora ist fertig und feiert am 12. und 14. Jänner 2010 im ZEBRA-Kino in Konstanz Premiere.

Für Polcar kein Grund, sich auszuruhen, schließlich hat er schon den nächsten Film im Kasten. Der Kurzfilm “Unkalkulierbares Risiko” wurde auf 35mm / SW gedreht. Unterstützt wurde er dabei von einem professionellen Team und etwas bekannteren Darstellern wie Milton Welsh (“Antikörper”, Web-Soap “Deer Lucy”) und Ivonne Schönherr (“Eine wie keine”).

5. Extreme Bilder: Man hat diese atemberaubenden Bilder oft genug gesehen – entweder in den Nachrichten, auf YouTube oder im Kinofilm: Aber wenn die norwegische Base-Juperin Karina Hollekim sich in Mali von der Felsformation “Fatimas Hand” in die Tiefe stürzt oder der Vorarlberger Extremkletterer Beat Kammerlander einen Eiswasserfall bezwingt, dann muss jemand sein Leben riskieren, um den Aufnahmeknopf der Kamera zu betätigen. Indie-Stars.de sprach mit Matthias Aberer und Günther Göberl, zwei Kameramänner, die sich auf Extremsportarten spezialisiert haben. Weiterlesen hier

6. Bei der österreichischen Tageszeitung Der Standard hat man sich wohl gedacht, dass ein Hollywood-Special fällig ist. Und der Blick nach Übersee fällt nicht gerade positiv aus. In dem Artikel Sender kalkulieren strenger wird etwas oberflächlich die Krise am US-Fernsehmarkt beschrieben. In Brettspielkino, oder: Das Ende des Wagemuts wird die Auswirkung der Finanzkrise u.a. auf die Kreativität der Filmindustrie skizziert. Tenor: Weniger Filme, wenig Innovatives, mehr Blockbuster und Sequels bzw. Prequels. Und – natürlich – Remakes. Aktuelles Beispiel ist ja der ausgezeichnete schwedische Thriller Verblendung von Niels Arden Oplev, der demnächst als “The Girl With The Dragon Tattoo” nachgemacht werden soll. Der alte Filmlöwe schwächelt wiederum beschreibt den Niedergang des altehrwürdigen Studios MGM.

Und wie soll dieser Krise begegnet werden? Laut Hollywood entdeckt die Online-Videos entdecken die Studios die “Neuen Medien” als Vertriebskanal. Allerdings hört sich für mich das nach den kolportierten Verlusten eher nach Peanuts an.

Ein interessanter Ansatz wäre noch gewesen: Wie wirkt sich diese Hollywood-Krise auf die europäische Filmwirtschaft aus? Ist es ein Fluch, weil US-europäische Koproduktionen darunter leiden? Sind nicht auch wir von der Finanzkrise betroffen? Oder hat das europäische Kino JETZT die Chance, sich besser zu positionieren, weil eben weniger US-Filme produziert werden?

Eure Gedanken dazu würden mich interessieren. E-Mail an rodja[at]indie-stars.de.

Zum Abschluss noch ein paar Worte: 2009 neigt sich dem Ende zu, nur noch ein paar Stunden, dann ist es 2010. Ich bin von Natur aus ein eher melancholischer Mensch, und gerade jetzt packt mich ein bisschen die Wehmut. Tja, eigentlich wollte ich heuer die volle 100 bei den Instant News erreichen – aber in den letzten Monaten war ich schon froh, wenn ich wenigstens einmal im Monat die Neuigkeiten aus dem Amateur- und Indie-Bereich zeitmäßig derpackt habe (wobei im Dezember wenigstens zwei umfangreiche Artikel abgeliefert wurden). Und 2010 wird es wahrscheinlich auch nicht besser werden. Eher im Gegenteil – neue Aufgaben erwarten mich (und auf die eine ganz spezielle bin ich schon irrsinnig gespannt, mehr wird noch nicht verraten).

Doch das hat noch etwas Zeit – und wenn es nicht zu hart auf hart kommt, wird man sich hier auch noch 2011 und 2012 und… lesen. ;-)

Euch allen wünsche ich an dieser Stelle einen guten Rutsch ins neue Jahr, viel Glück bei Euren Projekten – und haltet uns von Indie-Stars weiterhin die Treue.

Liebe Grüße aus Wien

Rodja Pavlik

PS: Und jetzt gehe ich heim und “verschließe” das Indie-Stars-Büro. Chef Tom vergnügt sich beim Snowboarden – und ich habe bis 11.01.2010 Urlaub. Da werde ich mir mal Filme wie “BloodBound”, Angst und Bücher wie Stieg Larssons “Verdammnis” reinziehen.


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