
Kerstin Ramcke
Produzentin
Kerstin Ramcke begann ihre Karriere bei Studio Hamburg Produktion 1993 als Producerin, betreute u.a. die NDR-TATORT-Reihe, STAHLNETZ sowie diverse Fernsehspiele für den NDR und das ZDF. Darüber hinaus produzierte sie für die Studio Hamburg Produktion die erfolgreichen Kinofilme GLOOMY SUNDAY und ROSENSTRASSE. Seit 2001 ist die gebürtige Elmshornerin Prokuristin. 2003 übernahm sie die Leitung des Bereichs Reihen und Serien mit Michael Lehmann, wo sie u.a. BERLIN, BERLIN sowie aktuell u.a. die NDR-TATORTE, DER DICKE und das GROSSSTADTREVIER verantwortet. Seit 2004 ist Ramcke außerdem Leiterin des KC Junior und fungiert als Produzentin u.a. für DIE PFEFFERKÖRNER sowie KRIMI.DE.
Im Oktober dieses Jahres wurde sie zur Geschäftsführerin der Studio Hamburg Produktion berufen.
"Weiter so!"
Die Indie-Stars Seite finde ich ausgezeichnet. Sie ist ansprechend,
übersichtlich aufgebaut, und man kann sich sofort gut orientieren. Ich
finde es gut, dass auch überflüssiges „Schnickschnack“
verzichtet wurde – hier stehen die Macher mit ihren Filmen im Vordergrund,
und das spiegelt sich im klaren Aufbau der Seite wieder. Klasse!
Die Initiative zu dieser Indie-Seite finde ich überhaupt gut, denn es gibt
ja neben den bekannten Wegen kaum Möglichkeiten, sich im Markt auf diese
professionelle Weise bekannt zu machen. Wagemut und/ oder Möglichkeiten,
selbigen umzusetzen, werden immer geringer, und so hat man hier die verdiente
Chance, gesehen zu werden. Außerdem kann man mal Sachen ausprobieren, die
einem sonst gleich gestrichen werden….. Weiter so!
Filme:
Vier Filme habe ich mir angeschaut, und daraus ist mein Favorit Dess or Alaif von Otu Tetteh. Dieser Streifen thematisiert den schon häufig beschriebenen Konflikt zwischen Neo-Nazis und Ausländern und überrascht mit wirklich originellen Wendungen. Auf drei miteinander verwobenen Ebenen jongliert der Regisseur dramaturgisch und auch ästhetisch gekonnt mit den Erzählsträngen und setzt seine guten Darsteller actionreich und witzig in Szene – Kompliment! Ein durchaus „moralisches Anliegen“ wird modern verpackt und trifft damit seine Zielgruppe.
Fenster zur Nachbarschaft von Olaf Herrmann hat eine nette Grundidee, die aber leider zu durchschaubar ist. Hier fehlt mir manchmal der genauere Blick auf die Figuren, die Liebe zum Detail (Bildführung!) – und vor allem überraschende dramaturgische Wendungen. Der geneigte Zuschauer weiß eigentlich, was ihn erwartet. Dabei ist der Einblick in die kleine Welt mit scheinbar immer gleichen Abläufen durchaus gut geführt und begleitet den alten Mann bei seinen Vermutungen. Das ist sympathisch; ich hätte mir nur aus filmischer Sicht ein bisschen „mehr“ erhofft.
Die erste Nacht von Timo Landsiedel ist wie ein Schnellschuss, der einen Mann immer schneller durch die Nacht schleudert. Panische Gefühle werden durch Bild- und Tonebene gut umgesetzt und steigern sich beharrlich. Das Tempo zieht konsequent an. Die Schwarz-Weiß-Entscheidung ist eine gute und nimmt einen stimmungsmäßig noch mehr gefangen. Auch hier wünschte man sich manchmal noch mehr Schnitte und Details, aber das nur am Rande.
Sandzeit von Rasmus Greiner ist eine sehr emotionale Auseinandersetzung und beschreibt letztlich einen verlorenen Kampf um das letzte bisschen Hoffnung. Das ist bitter und entlässt den Zuschauer eben nicht mit Versöhnung. Als Monolog bzw. Ein-Personen-Stück angelegt, wird hier viel gewagt, denn das ist sehr, sehr schwer umzusetzen. Und so gerät denn auch der Schauspieler immer wieder an seine Grenzen und mit ihm ein bißchen der Zuschauer – ist nicht leicht auszuhalten. Aber Hut ab vor dem Mut, das zu versuchen!
Liebe Grüsse
Kerstin Ramcke
www.studio-hamburg.de
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